Welterbestätten Türkei

Mit einem Urlaub in der Türkei verbinden viele in erster Linie die Strände an der Türkischen Riviera und der Türkischen Ägäis. Doch wer mehr über Land und Leute erfahren will, der entdeckt in der Türkei einige kulturelle und landschaftliche Schätzei, die zugleich zum Welterbe der Menschheit gehören.

Im Norden der Türkei

Die Altstadt von Istanbul

Atemberaubend schön ist insbesondere das Kulturerbe der Bosporusmetropole Istanbul. Auf zwei Kontinenten liegend, blickt Istanbul auf eine über 2.500 Jahre währende und ereignisreiche Vergangenheit zurück, während der sie u.a. die Hauptstadt dreier Imperien war. Die Spuren, die viele Völker hier hinterlassen haben, bestaunen Reisende bis heute in der Altstadt Istanbuls. Am Goldenen Horn etwa versetzt die imposante Süleymaniye Moschee ihre Besucher immer wieder ins Staunen. Unter der Herrschaft von Süleyman I. wurde sie im 16. Jahrhundert nach den Plänen des Architekten Sinan erbaut und gilt heute als ein Meisterwerk der osmanischen Kunst. Insbesondere die kunstvolle Kalligrafien, die İznik-Kacheln und die sogenannten Muqarnas, welche an Tropfsteine erinnern, prägen das überwältigende Erscheinungsbild der Hauptmoschee und ihrer 53 Meter hohen Kuppel.

Nicht minder beeindruckend sind die berühmte Hagia Sophia mit ihren prachtvollen Mosaiken, die Sultanahmet Moschee mit ihren sechs Minaretten und der Topkapı Palast. Zu den historisch bedeutsamen Baudenkmälern Istanbuls zählen weiterhin der Dolmabahçe Palast, der Große Basar und die antike Zisterne Cisterna Basilika mit dem Medusenhaupt und den korinthischen Kapitellen. In Edirne befindet sich schließlich die ebenfalls von Sinan erbaute Selimiye Moschee, welche als technisches und ästhetisches Glanzstück der osmanischen Architektur gilt und ebenfalls zum Weltkulturerbe gehört.

Die osmanischen Fachwerkhäuser in der Stadt Safranbolu

Auf der Liste der Weltkulturerbe-Stätten befindet sich auch die Stadt Safranbolu im Norden Anatoliens nahe der Schwarzmeerküste. Die mehr als 3.000 Jahre alte Stadt besticht mit einem einzigartigen Stadtensemble aus Fachwerkhäusern im osmanischen Baustil, die sich perfekt in die natürliche Berg- und Hügellandschaft schmiegen. Sehenswert sind insbesondere das griechische Rathaus, die Karawanserei sowie ein römisches Aquädukt in der nahen Umgebung.

Im Osten der Türkei

Die antiken Städte Troja, Hierapolis, Xanthos und Letoon und die weißen Kalksteinterrassen von Pamukkale

Ausflüge zu weiteren Kulturschätzen der Türkei sind auch von den Ferienorten entlang der Türkischen Ägäis, wie z.B. Izmir und Cesme möglich, denen die archäologischen Stätten von Troja am nächsten liegen, während die weißen Kalksteinterrassen von Pamukkale etwa vier Stunden von den Ferienorten Kusadasi und Bodrum entfernt liegen.

Von Fethiye aus ist die antike Stadt Xanthos und die Tempelanlage Letoon gut zu erreichen. Erstere beherbergt die Ruinen eines römischen Amphitheaters und vieler städtischer Gebäude sowie eine Nekropole mit reich verzierten Grabdenkmälern, die von der Lykische Geschichte erzählen, während die Tempel an dem heiligen Ort Letoon den Gottheiten Apollon, Artemis und Letoon geweiht waren.

Als heiliger Ort des Christentums galt die Stadt Hierapolis, von deren ruhmreichen Vergangenheit heute die Ruinen entlang der beiden Hauptstraßen Domitiyan Straße und Frontlnus Straße zeugen, darunter ein antikes Theater, ein römisches Bad, ein Gymnasium sowie mehrere Kirchen, Tempelbauten, Stadttore und Grabdenkmäler. Viele der hier durch Ausgrabungen geborgenen Kunstschätze sind im Hierapolis Archäologie Museum zu bewundern.

Im Zentrum der Türkei

Die Vulkanlandschaften von Kappadokien und die Höhlenkirchen im Nationalpark Göreme

Kappadokien ist ein Kultur- und Naturwelterbe in einem, das seit 1985 unter dem besonderen Schutz der UNESCO steht und von Nevşehir gut zu erreichen ist. Besucher erwarten hier eine einzigartige Vulkanlandschaft mit den markanten turmartigen, durch Erosionen entstandenen Felsenformationen, unterirdische Städte wie Derinkuyu und Kaymaklı sowie die einzigartige Höhlenarchitektur im Nationalpark Göreme, in dem seit der Bronzezeit Wohnräume und Kirchen in den weichen Tuffstein gehauen wurden. Beeindruckend sind insbesondere die farbigen Fresken der Johanneskirche in Gülşehir sowie die Roma Kalesi und Tokalı Kilise im touristisch voll erschlossenen Ort Göreme. Eine Wanderung im Ihlara-Tal in der nähe von Aksaray sowie eine Ballonfahrt über den Nationalpark Göreme sollten Sie sich ebenfalls nicht entgehen lassen. Allerdings muss für diese Ausflugsziele mehrere Tage eingeplant werden, da die Entfernung zu Antalya und anderen Urlaubsorten an der Türkischen Riviera etwa 600 Kilometer beträgt.

Die antike Stadt Hattuşaş

Im Hochland Zentralanatoliens liegt weiterhin der historische Nationalpark Hattuscha. Hattuscha, auch Hattuşaş genannt, war einst die Hauptstadt der Hethiter und wurde 1.600 vor Chr. gegründet. Noch heute lässt sich in der Ober- und Unterstadt die architektonische Meisterschaft der Hethiter erahnen. Die Tempel waren mit kunstvollen Reliefs mit Götterfiguren geschmückt, in der mächtigen Stadtmauer, von der Teile restauriert wurden, waren Tore mit Statuen eingelassen, so wie es an dem gut erhaltene Löwentor zu erkennen ist. Zudem fand man während den Ausgrabungen hunderte Keilschrifttafeln, die heute in den Museen von Istanbul und Ankara ausgestellt werden.

Nemrut Berg

Im Taunusgebirge im Südosten Anatoliens befindet sich der Berg Nemrut, auf dem der König der Kommagene, Antiochos I. Theos, um 50 v Chr. eine Grab- und Heiligenstätte errichten ließ. Die Grabstätte besteht aus einem künstlich angelegten Hügel aus Geröll. Auf der westlichen und östlichen Terrassen unterhalb des Hügels stehen die bis zu 10 Meter hohen Statuen mehrere Götter, deren Köpfe zwar durch Unwetter zu Boden geworfen wurden, aber dennoch sehr gut erhalten sind. Besonders zu Zeiten des Sonnenauf- und untergangs sind sie ein sehr beliebtes Fotomotiv. Das Freilichtmuseum Nemrut Dağı erreichen Sie von der Stadt Kahta in der Provinz Adıyaman.

Die Divriği Ulu Moschee

Schließlich lohnt sich eine Reise zur Divriği Ulu Moschee in der in der Sivas-Provinz liegenden Stadt Divriği. Die Moschee mit ihrem sechseckigen Gewölbe und das zugehörige Krankenhaus stammen aus dem 13. Jahrhundert. Ihr besonderer Reiz rührt von der Schlichtheit der Gebäude und den dafür umso kunstvoller verzierten Toren her. Barocke, gotische und seldschukische Stilelemente vereinen sich zu einem einzigartigen Meisterwerk, das mit detailreichen Reliefs, Gravuren und  Verzierungen besticht.